»Wachgeküsst in London«

Als Jane am Auktionshaus ankam, entschied sie sich gegen die Tiefgarage und stellte ihren Wagen an der gegenüberliegenden Straßenseite ab.
Sie packte ihren Kram in die Tasche und stieg aus. Es war reger Verkehr auf der Straße und sie hatte Probleme die Straße zu überqueren. Jane sah, dass ein schwarzer Wagen ihr entgegenfuhr und anzuhalten scheinte. Also lief sie los. Doch im gleichen Moment fuhr auch der Wagen los. Jane war wie gelähmt, wusste nicht ob sie stehen bleiben oder laufen, schreien oder schweigen sollte. Sie sah ihn mit großen Augen und offenen Mund an. Aber alles was sie sah, war ein furchteinflösendes Gesicht am Steuer, das mit voller Absicht auf Jane zuraste. Sie hörte Reifen quietschen und merkte wie sie zu Boden gerissen wurde.
Als Jane wieder zu sich kam, standen viele Leute um mich herum und Catherine war über sie gebeugt.
»Oh mein Gott, Jane!«, rief sie mit tränengetränkten Augen. »Hast du Schmerzen? Kannst du deine Beine bewegen?«
Jane versuchte sich zu orientieren und ihre Beine zu bewegen. Sie hatte höllische Schmerzen im linken Fußgelenk. »Mein Fuß«, sagte sie und in ihrem Kopf machte sich ein Stechen breit. »Was ist denn passiert?«
»Du wurdest angefahren, Jane!«, gab Catherine ihr als Antwort. »Der Notarzt ist schon unterwegs und die Polizei auch. Wir finden das Schwein!«
Angefahren? Sie? Mit Absicht? Aber wer würde denn so etwas tun? Jetzt konnte sie sich wieder vage an das Gesicht erinnern, dass am Steuer saß. Er sah schrecklich böse aus und Jane erinnerte sich an den Hass in seinen Augen. Ihr lief es kalt den Rücken hinunter.
»Wo ist Robert?«, fragte sie nachdenklich. Aber im selben Moment fiel ihr ein, dass Robert ja auf den Weg nach Nizza war. »Nein, Robert sitzt im Flieger«, vollendete sie den Satz. Oh Gott, sie wäre jetzt vier ganze Tage ganz alleine. Sie hatte Angst alleine in dem großen Haus.
Catherine machte einen wahnsinnigen Aufstand, wo denn nur der Krankenwagen bleiben würde. Jane lag immer noch auf den Boden. Jemand hatte ihr seine Jacke und den Kopf geschoben, damit sie nicht direkt auf dem Asphalt lag. Sie drehte ihren schmerzenden Kopf nach rechts und sah einen ihrer Schuhe neben ihr liegen. Er hatte keinen Absatz mehr!
»Oh nein!«, schrie sie. »Um Gottes Willen, was ist?«, wollte Catherine wissen.
»Der Stöckel von meinen Prada Pumps ist abgebrochen!«, erwiderte Jane.
»Wir kaufen neue, Süße. Das versprech ich dir«, tröstete sie Catherine…